Der Philosoph und Psychoanalytiker Erich Fromm über Selbstliebe: "Sowohl in der scholastischen Philosophie wie in vielen anderen philosophischen Traditionen wird ganz deutlich zwischen dem Narzissmus bzw. dem Egozentrismus einerseits und der Selbstliebe andererseits unterschieden. Selbstliebe ist Liebe, und bei der Liebe macht es wenig Unterschied, wer das Objekt der Liebe ist; jeder ist selbst ein menschliches Wesen und deshalb Objekt der Liebe. Der Mensch muss eine bejahende, liebende Einstellung zu sich selbst haben. Der egozentrische, narzisstische Mensch liebt sich in Wirklichkeit nicht, weshalb er gierig ist. Ganz allgemein gilt, dass nur der Mensch gierig ist, der unbefriedigt ist. - (1991d [1974]: Therapeutische Aspekte der Psychoanalyse, GA XII, S. 361.)

